Fragmente zu Levi-Strauss, Literatur, Fäkalien und einer TV-Show

Im Folgenden unverbundenes, dass von Interesse sein könnte, ohne dass ich gerade Lust und Muße hätte, tief in die Materie einzusteigen…

Leví-Strauss

Auf Nichtidentisches findet sich anlässlich eine fragmentarische Veröffentlichung zu Rassismusbegriff und Kulturalismus bei Claude Leví-Strauss, anlässlich des Todes des Autors am 30. Oktober 2009. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Gestorben ist Levì-Strauss, nicht der Autor des Blogs. Dort werden Leví-Strauss´ Zivilisationsskepsis und seine Ethnologischen Studien im Sinne der Kritischen Theorie neu beleuchtet, ohne dass dabei die Momente, in denen Levì-Strauss Untersuchungen über den Horizont des strukturalistischen Ansatzes vielleicht hinausweisen, borniert übergangen werden.

Die hier angewandte Maxime der Kritik, dass nicht über das Konkrete, sondern vielmehr aus ihm heraus zu philosophieren sei (ND 43), ist leider längst nicht mehr bei allen anzutreffen, die sich der Frankfurter Schule verpflichtet fühlen…

Die Gelegenheite nutzen möchte ich, um noch auf diesen Beitrag hinzuweisen: Rambology (auch hier),  it´s f*ck*n´great!

Literatur und Ausscheidungen

In einem nicht veröffentlichten Text stellte ein Freund einmal definitiv klar, warum die großen Romane tot sind, und es auch zu sein haben: „Texte müssen, was sie zu sagen haben, kurz und prägnant sagen, damit man sie beim Scheißen lesen kann. Sonst hat doch eh niemand mehr Zeit sich mit so was zu beschäftigen“. Das ist mal wahrlich materialistische Literaturtheorie. Im Vorwort zu Damit du dich an mich erinnerst formulierte Saul Bellow ähnliches, allerdings ohne sich in den menschlichen Stoffwechselprozess mit der Natur einzugedenken…

Übrigens ist die Kehrseite der Medaille dessen das „niemand mehr Zeit … hat“ eine nicht zu unterschätzende Masse gesellschaftlich Ausgestoßener, die Zeit haben und sonst nichts. Und hast du nichts, bist du nichts, oder? Dass Niemand Zeit habe erlangt so jenen doppelten Sinn, mit dem schon Odysseus spielte…

Penn & Teller

Mit Einschränkungen empfehlen möchte ich die Show Bullshit! von Penn&Teller. Mit Einschränkungen, weil man sich bewusst sein sollte, dass mit Penn&Teller zwei atheistische liberale Gegner staatlicher Kontrolle antreten, idiotische, wissenschaftlich nicht haltbare Ideologien nach streng wissenschaftlichen Kriterien ihre Fehlschlüsse nachzuweisen. Dass ist erfrischend, weil vieles den Nagel auf den Kopf trifft, gerade weil Wissenschaftlichkeit hier nicht Akademismus meint (also Tradition), sondern Objektivität. Das ist andererseits auch problematisch, weil Objektivität als Objektivität der herrschenden Ordnung (selten sticht das so ins Auge wie hier, da Gesellschaftskritik von erklärten Patrioten – kein Widerspruch zu „liberal…“ s.o. – geübt wird), letztlich nur auf die Reproduktion derselben zielt. Oder einfacher: es muss stets angenommen werden, dass das wirkliche bereits vernünftig ist, sonst könnte man nicht auf die Idee kommen, dass Ideologie durch Auslachen bekämpft werden könnte, sondern nur durch die Abschaffung der Zustände, die den Nährboden der Ideologie bilden. Gerade explizit politisch motivierte Episoden sind daher mit Vorsicht zu genießen.

– Website

Wiki

– Videos gibt es auf Youtube (Verbot von Wasser), und auf den bekannten Seiten

3 thoughts on “Fragmente zu Levi-Strauss, Literatur, Fäkalien und einer TV-Show

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