The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman –

– Ein-& Auslassungen zur Geschichte. Von der Warte der Literatur. 1. Teil.

[Disclaimer: Diese Arbeit hat nicht vor wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen, in der Tat: sie würde sich ihres Autors schämen würde dieser das von ihr verlangen. Zitate stammen, der Einfachheit halber aus den online-Versionen der gemeinfreien Texte, und man wird das vorhanden Sein der entsprechenden Stellen im Text guten Glaubens akzeptieren müssen, oder die hier besprochenen Romane selbst lesen. Gerade mit Hinblick auf das Werk, von dem unsere Reise ihren Anfang nehmen sei das hiermit dringen empfohlen.]


The Book that I will never tire of … Sterne was 250 years ahead of his time”.

So Roy Porter zitierend bewirbt sich selbstbewusst meine (die Penguin Classics) Ausgabe von Laurence Sternes The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman, dessen erste Auflage zwischen 1749 und 1767 veröffentlich wurde..

Die Modernität des Tristram Shandy, die Einzigartigkeit der Erzählweise, das vorausfühlen nahezu aller (post-)moderner Ideen und Verfahrensweisen, darunter Leseranrede, Brüche der Chronologie, Piktographie, Onomatopoesie, das fingieren fehlender Kapitel, geschwärzte, editierte, gestrichene Passage, und einem Vorwort gegen Ende des dritten Bandes „ I have appealed to the world – and to the world I leave it“  das sind beliebte Beispiele, mittels derer immer wieder auf die herausragende Position des Laurence Sterne in der englische und europäischen Literaturgeschichte verwiesen wird, sowie dessen anarchonistische anmutender Avantgardismus betont.

With „Tristram Shandy,“ Sterne invented postmodernism 200 years before it supposedly was initiated by the likes Joyce, Burroughs and Pynchon. The book is hilarious. It is supposed to be the life and opinions of the narrator. Instead, it takes about fourhundred pages to even get to when he was born. The book radically changes tone in the last hundred pages (as, I think, Sterne was nearing death), and the then present day Shandy is finally presented. Some of these scenes are touching, but the final chapters become redundant. The book is completely inconsistent, the narrator interrupts at all possible times … But it works! Read this book, but be advised to possibly skim the last fifty pages.“1

„Ahead of his time“, das ist das größte Lob, dass der mit sich und der Welt vollends zufriedene bürgerliche Kritiker zollen kann. Drückt sich darin nicht der unbedingte Glaube an die positiven Tendenzen der geschichtlichen Entwicklung aus, und noch dazu der Barbarei der dunklen Zeitalter schon ein gutes Stück entrückt zu sein? Feministinnen wie Mary Wollenstonecraft Shelley, „Libertins“ wie Charldelos de Laclos, und Metrosexuelle Avantgardisten wie George Gordon werden daher gerne mit diesem anerkennenden Schulterklopfer bedacht, der doch stets nur den Kritiker selbst meint, und die ihn nährende Gesellschaftsform. Dem progressiven Ernst Moritz Arndt, der bereits zu beginn des 19. Jahrhunderts ein gefestigtes antisemitisches Weltbild ausgebildet hatte, auf das mancher Gauleiter stolz gewesen wäre, verweigert man es dagegen, zeitweilig. Um eine historisch adäquate Einordnung der schillernden „Hobby Horses“ ist es den sich nach Identifikation verzehrenden Kritikern dagegen selten zu tun, das Vergangene dient der Gegenwart als Zauberspiegel, der magisch die gesellschaftlichen Verwerfungen glättet2.

Laurence Sterne und seine Zeitgenossen lohnen dennoch eine nähere Betrachtung. Wenn schon nicht um des Genuss der Lektüre, um den sich trefflich streiten ließe, dann doch, um aus Tristram Shandys verworren anmutender Perspektive einen erstaunlich klaren Blick auf die Historie zu werfen; auf die Position von Literatur in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen, auf die Aussagekraft Ersterer über Zweitere, auf deren Grenzen, und darauf, wie die Ausdehnung der Warenproduzierenden Gesellschaft auf alle Lebensbereiche, deren erste große Schubphase mit der Veröffentlichung des Tristram Shandy zusammenfällt, exemplarisch für das menschliche Denken den künstlerischen Ausdruck umzuformen und sich gleichzumachen sucht. Nicht einzig aus Zeitgründen soll all das hier nur angerissen werden, mithin als Skizze, auch das rigorose Systematisieren das noch die dem darzulegenden Bewegungsgesetz nicht-identischen Äußerungen nachträglich im allgemeinen aufgehen zu lassen sucht, möchte ich vermeiden, vielmehr soll der Verweis aufs System den Blick gerade für solche Äußerungen schärfen, und mag dann vielleicht auch als Lektüreempfehlung herhalten.

Tatsächlich stand Laurence Sterne im 18 Jhdt mit unkonventionellem Stil, schlüpfrigem Witz und selbstreflexiver Erzählweise nur scheinbar alleine da. Dass Autoren wie Henry Fielding und Jonathan Swift, auf den Sterne sich ausdrücklich bezog, ferner auch Rabelais und Cervantes, heute als exemplarische Vorläufer des realistischen Romans gelesen werden, während Sterne als Ausnahmeerscheinung geführt wird, mag in der leichteren Zugänglichkeit und der durchschaubareren Werkkomposition seine berechtigte Begründung haben. Auch dass die genannten Autoren viele sich offenkundig auf sie beziehende Nachahmer fanden, während der Kritiker Samuel Johnson über Tristram Shandy urteilte „Nothing odd will do long. Tristram Shandy did not last“, spricht dafür, das Werk Laurence Sternes als die Ausnahme von der Regel zu betrachten.

Allerdings bricht sich hier eher das geordnet-ordnende Bewusstsein des modernen Kritikers Bahn, als dass auf die betrachteten Texte als solche reflektiert würde. Um den von seiner Einordnung in das herrschende Geschichtsbild überlagerten Text hinter diesem wieder sichtbar zu machen, könnte es daher sinnvoll sein, für erste Lektüren allgemein, und für Texte des 18 Jhdts insbesondere zu beherzigen, was speziell für eine Annäherung an James Joyce Ulysses und andere komplexe Texte der Moderne gerne empfohlen wird: Das assoziative, auf den subjektiven Eindruck fokussierte Lesen, bewusst ahistorisches Lesen also. Fiele dann nicht, sei es bei Sterne, sei es bei Fielding, bei Swift, sei es auch bei hier nicht namentlich aufgeführten Autoren, zumindest ein allen gemeines Merkmal ins Auge? Eine Weitschweifigkeit nämlich, die aus der Fabel selbst niemals zu begründen ist? Der Eindruck des ziellosen dahin Mäanderns der Erzählung wird dabei von der relativen Ziellosigkeit des Lebensweges der Hauptfiguren ebenso gestützt, wie er sich in chronologischen Brüchen und schier endlosen gedanklichen Abschweifungen ausdrückt. Es liegt Nahe, hier eine den Autoren gemeinsame geistige Grundlage zu vermuten, so verschieden ihre Werke sich im Detail auch gestalten. Die so modern anmutende „Digression“, die Sterne beinahe in den infiniten Regress des Denkens übersteigert, galt dann auch unter Zeitgenossen als adequates Stilmittel, so nimmt sich Henry Fielding im dritten Kapitel etwa arrogant heraus, Leser und Kritiker folgendermaßen zu belehren:

Reader, I think proper, before we proceed any farther together, to acquaint thee that I intend to digress, through this whole history, as often as I see occasion, of which I am myself a better judge than any pitiful critic whatever” (TJ)

Er bittet die Kritiker daher wenig freundlich: “to mind their own business, and not to intermeddle with affairs or works which no ways concern them”. Sterne stellt ähnliches zu seiner Methodik klar:

For in this long digression which I was accidentally led into, as in all my digressions (one only excepted) there is a master-stroke of digressive skill, the merit of which has all along, I fear, been over-looked by my reader,—not for want of penetration in him,—but because ‚tis an excellence seldom looked for, or expected indeed, in a digression;—and it is this: That tho‘ my digressions are all fair, as you observe,—and that I fly off from what I am about, as far, and as often too, as any writer in Great Britain; yet I constantly take care to order affairs so that my main business does not stand still in my absence“. (TJ)

Auschweifend beschrieben wird übrigens auch die Ausschweifung selbst, oder das zumindest, was später unter diesen Begriff fallen wird: Sexualität als reale Triebfeder gesellschaftlicher Bemühungen nimmt einen Großen Raum sowohl bei Sterne als auch bei Fielding ein; sie dient nicht nur in bemerkenswerter Offenheit der Unterhaltung des Zuschauers:

The fair Beguine, said the corporal, continued rubbing with her whole hand under my knee—till I fear’d her zeal would weary her—’I would do a thousand times more,‘ said she, ‚for the love of Christ’—In saying which, she pass’d her hand across the flannel, to the part above my knee, which I had equally complain’d of, and rubb’d it also.

I perceiv’d, then, I was beginning to be in love—

As she continued rub-rub-rubbing—I felt it spread from under her hand, an‘ please your honour, to every part of my frame—

The more she rubb’d, and the longer strokes she took—the more the fire kindled in my veins—till at length, by two or three strokes longer than the rest—my passion rose to the highest pitch—I seiz’d her hand—

And then thou clapped’st it to thy lips, Trim, said my uncle Toby—and madest a speech.

Whether the corporal’s amour terminated precisely in the way my uncle Toby described it, is not material; it is enough that it contained in it the essence of all the love romances which ever have

been wrote since the beginning of the world“ (TS)

Sondern wird auch per Analogiebildung in den referierten Diskursen über gesellschaftliche Beziehungen bis in die feinsten Winkel der philosophischen Auseinandersetzung wirkmächtig:

By this account, madam, you have but two thousand pounds fortune, and not a shilling more—and you insist upon having three hundred pounds a year jointure for it.—

‚Because,‘ replied my great-grandmother, ‚you have little or no nose, Sir.’—“

I define a nose as follows—intreating only beforehand, and beseeching my readers, both male and female, of what age, complexion, and condition soever, for the love of God and their own souls, to guard against the temptations and suggestions of the devil, and suffer him by no art or wile to put any other ideas into their minds, than what I put into my definition—For by the word Nose, throughout all this long chapter of noses, and in every other part of my work, where the word Nose occurs—I declare, by that word I mean a nose, and nothing more, or less.“ (TS)

Bereits Miguel de Cervantes Don Quixote de la Mancha bietet sich dazu an, ihn in Analogie zu Romanen des 20. Jahrhunderts als „postmodern“ zu lesen, führt der Begründer des Romans als eigenständiges Genre doch bereits das gesamte Arsenal der Verfremdungstechniken ein, die auch heute von Autoren noch gerne benutzt werden, als da wären: Autorenfiktion, Selbstreflexivität, oder das Eindringen „fiktiver Fiktion“ in die fiktive Realität. Dazu Foucault:

In dem zweiten Teil des Romans trifft Don Quichotte auf Personen, die den ersten Teil des Buches gelesen haben. Der Text von Cervantes schließt sich in sich selbst, dringt in seine eigene Tiefe und wird für sich zum Objekt seiner eigenen Erzählung. (Foucault 80)

Und dennoch wäre nichts falscher als die Annahme, der Don Quixote sei ein avantgardistisches Werk: „Don Quichotte zeichnet das Negativ der Renaissance“ (Foucault 79). Der verarmte Adelige, Relikt des vergangenen und negative Personifikation des Wandels, die die Emanzipation der Bürgerlichen Ratio vom Prinzip des Feudalwesens gebracht hat, als Ritter von der Traurigen Gestalt eine Existent an der Schwelle zur Überflüssigkeit, sieht sich auf die überkommene Überlieferung zurückgeworfen, um den Sinn der eignen Existenz zu beweisen. Aus diesem Paradoxon entwickelt sich die relative Freiheit der Fabulierens, die den Don Quixote gleichzeitig als archaische, quasi mythische Erzählung, und als moderne Erzählung über das Erzählen erscheinen lässt.

Damit sei der Tenor der Analyse bestimmt, die Stoßrichtung vorgegeben. So wie Cervantes aus seiner Zeit heraus begriffen werden kann, so ist es auch mit Laurence Sterne möglich. Die einseitige Fixierung auf die Modernität des Werkes mag als Werbekniff ihre Geltungsberechtigung haben, sie mag als genuiner Ausdruck des Erstaunens über die komplexe Komposition des Werkes sympathisch sein, doch verhärtet sie sich notwendig zum ideologischen Dogma. Ihr ist eine materialistische Analyse entgegenzusetzen, die, was an Wahrheitsgehalt im Eindruck der „Modernität“ aufgehoben ist, vor geschichtsvergessener Lobhudelei errettet. Zu begreifen wäre Sternes Tristram Shandy als Positiv jener Entwicklungen, deren Negativ sich ein Jahrhundert früher in Cervantes Don Quixote kristallisierte, als das sich Bewustwerden des Subjektes an der Schwelle zur bürgerlichen Gesellschaft, einer Gesellschaft die ihrerseits dieses Individuum (dessen Einzigartigkeit im Tristram Shandy durch Tristram Shandy noch herauszuarbeiten ist, in den brüchigen Fesseln der Tradition noch Gebunden, vor Herausforderungen stellt die es kaum ermessen, schwerer noch begreifen kann.

Es korrespondiert im Tristram Shandy die scheinbar revolutionäre formale Gestaltung mit einem inhaltlichen Konservativismus auf der Ebene des konkret ausgesagten. Und es legt der nicht zu verachtende Erfolg, der den 9 Teilen von Sternes Romans bei den Lesern beschert war, nahe, dass Tristram Shandy kaum jemanden brüskierte, wenn auch die „bawdyness“ des Textes teils moniert wurde. Und die Wertschätzung im Gegensatz zu Samuel Johnson andere Kritiker Sterne entgegenbrachten trägt ebenfalls wenig dazu bei, den Autor als der Gesellschaft enthobenen Avantgardisten wahrzunehmen. Tristram Shandy ist als Produkt seiner Zeit zu betrachten. Untersucht man die konkreten Inhalte der Figurenäußerungen und der Erzählerrede sticht Sterne kaum aus dem Kanon der Meinungen seiner Zeitgenossen heraus, etwa wird das „Wesen der Frau“ deren Handlungen zu Grunde (und nicht deren individuelle Motivationen), und die daraus folgenden Aktionen werden wiederum als Beleg ihres unveränderlichen Wesens herangezogen:

He had, at length, the good fortune, by getting possession of her arms, to render those weapons which she wore at the ends of her fingers useless; which she no sooner perceived, than the softness of her sex prevailed over her rage, and she presently dissolved in tears, which soon after concluded in a fit.“ (TS)

Fortsetzung folgt.

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Quellen:

Fielding, Henry: Tom Jones. Wordsworth: Herfortshire 1999. –>http://www.literaturepage.com/read/tom-jones.html

Sterne, Laurence: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman. Penguin: London 2003. –> http://www1.gifu-u.ac.jp/~masaru/TS/contents.html

 

Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Surkamp: Frankfurt 1971.

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1 Stellvertretend für diese Sichtweise Volkes Stimme, sprich eine von vielen Rezensionen auf amazon. http://www.amazon.de/product-reviews/1853262919/ref=cm_cr_pr_link_2?ie=UTF8&showViewpoints=0&pageNumber=2

2 Die Gelobten wären, wird suggeriert, mit dem heutigen Status quo sehr zufrieden. Ob dem so wäre oder nicht ist sicher müßig zu diskutieren; der Erkenntnisgehalt einer solchen Diskussion läge etwa auf dem Niveau einer intensiven Erörterung der Frage „How much wood would a woodchuck chuck if a woochuch could chuck would“ [link zu video Monkey Island?], und wäre nicht halb so spaßig.

2 thoughts on “The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman –

  1. Wir hätten eine „christl.Aufklärung“ nötig !
    Graz, Jahreswende 2010/11
    Weshalb wir uns mit dem Islam so schwer tun

    Die Problematik liegt in unseren uralten Lügen:
    Wo bleibt die Ehrlichkeit in unserer/unseren chritlichen Religion-en. Welche Lügen stecken in unseren Gottesbildern, sind doch nur eine fortgeführte menschliche Vaterfiguren/Oberaufseher; er liebt, er zürnt, ist gut – auch andere allzu menschliche Attribute dichten wir unserem Gott an. Angefangen bei der
    Menschwerdung dem Gebutsmärchen bis hin zum Marienkult, alles Fort- und Umschreibungen früherer Göttermärchen – einfach gut gelogen, alles aus einer Zeit wo Lesen und Schreiben einigen wenigen vorbehalten war; wo heute noch behauptet wird, dass Nächstenliebe ein christliches Gut wäre – welches den Christen das Recht gibt andere Kulturen/Religionen zu ächten, anderen Völkern ein Recht auf Leben abzusprechen, Waffen zu segnen . . . . . .
    Was hat den das alles mit dieser allumfassenden Energie die wir in allen Reli-gionen mit den Begriffen Gott/Götter umschreiben?
    Wir sind diese Lügen gewohnt, logen bis wir´s selber glaubten, hinterfragen dies alles, kaum; Angst dass dieses Gefüge zerfällt/zerbricht, lähmt uns. Wie-viel ohndies schon zerbrochen ist versuchen wir uns zu verschweigen.
    Dies behindert uns an vernünftiger ehrliche Kritik am Anderen, was ja auch mehr als unschicklich wäre bevor wir unseren eigenen Scherbenhaufen klären.
    Wir reagieren von uns selbst in die Enge getrieben und das ist echt Eng.
    Und da waren noch „Prinz Eugen und das heilig römischer Reich“ Schutz-schilder gegen den Islam.
    Langsam aber stetig kriecht nun die Islamisierung an unserer verlogenen Christianisierung vorbei. Wir sind schutz- u. hilflos, zumindest solange wir mit unserem Lügengebäude, fortwursteln und weiterleben wollen.

    „Lügen haben kurze Beine“ eine recht europäische Floskel – wir waren ohne-dies viel zu lange unbehelligt geblieben. Es ist nun wirklich an der Zeit vernünf-tige Schritte in eine gemeinsame Zukunft der Menscheit zu tun.

    Schon an der Hauptschule im Religionsunterricht im hl.Land Tirol, holte ich mir eine 4 ins Jahreszeugnis, weil ich Salis v. . . . . . meinen Religionslehrer zu be-fragen suchte: was von der chritl. Nächstenliebe überbleibt wenn er als Militär-seelsorger die Waffen segnete und die Kameradschaft der Soldaten im Stassen-kampf von Stalingrad glorifizierte.
    Immer wieder waren es kath. Priester, vom Katecheten bis zum Bischof, welche mein naiv ehrliches Jesus/Christusbild mit ihrer gelebten Gegenwart zerstörten. Jenen Prophetischen, der die Hohenpriester ob Ihrer „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ Philosophie rügte – (wenn man irgendwas an der Geschichte im Sinne von, . . . glauben darf, oder wenigstens als beabsichtigte Lehre verstehen darf) welche dann letztlich seinen Tod am Kreuz forderten . Auch die für mich nie fassbare krankhafte „göttl. Dimen-sion“Gottvater´s, seinen Sohn für die von ihm verhängte Strafe der Erbsünde hinzugeben. Alles Ungereimtheiten auf die ich meine wohl auch naiven Antwor-ten, dem Glauben hingeben hätte müssen (Zitat: „allein, mir fehlt der Glaube . . . .“).
    Einmal ehrlich, ist nicht der moslemische Blick auf diesen Chritus den sie als Propheten verehren, der verständlichere; muss uns Glauben alle verständliche Wirklichkeit zerstören, um dann in der Ungewissheit des Glaubens . . . . . . .
    Dort hat für mich die christl. Weltanschauung jene Autorität verloren/preisge-geben, die ihr nun im täglichen Diskurs fehlt.

  2. Ist das nun elaborierter Spam, oder ernst gemeint? Ich sehe keinen Zusammenhang mit meinem Text, aber weils so ein langer Kommentar ist, hab ichs mal freigeschaltet. Und frage mich, wer dieses „Wir“ ist, dessen Gottesbild uns an „vernünftiger Kritik am Anderen“ hindert…
    Ansonsten finde ich aufrufe zum Pazifismus (auch noch gegen christliche Kriegspriester im Namen eines frühchristentums) dubios, und dann soll das msulimische Jesusbild (der ist eben aus gutem Grund nur Prophet und keine zentrale Autorität) diesen Pazifismus begründen? Hmm… Wenn die christliche Weltanschauung schon ihre Autorität verloren hat, wäre es dann nicht an der Zeit den restlichen Religionsklimbim auch noch über Bord zu werfen?

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