Heideggers Nationalsozialismus im Lichte seiner Philosophie III

Nach Adorno, Dornis, und Faye. Eine Handreichung.

Der Mythos von der fehlenden Kontinuität zwischen dem frühen Heidegger und dem Heidegger nach 1933 sollte im zweiten Teil ausreichend entkräftet worden sein. Auch die Behauptung, seit 1934 sei Heidegger zum Nationalsozialismus auf Distanz gegangen wurde in das Reich der Fantasie verwiesen. Interessant noch hierbei: Es gab tatsächlich Einlassungen von Nationalsozialisten gegen Martin Heidegger. In diesen wurde seine Zuverlässigkeit allerdings infrage gestellt, weil er zur radikal sei… kommen wir nun zu Heidegger nach ’45, und zu seinem Nachleben. (Teil I , PDF)

III

Ein kleiner Exkurs zu Heideggers Rassismus ist womöglich noch angebracht, denn noch immer wird gerne kolportiert, Heidegger sei doch wenigstens in seiner metaphysischen Verklärung des totalen Krieges kein Rassist gewesen, er habe die Dinge von einer höheren Warte betrachtet:

Tatsächlich wendet Heidegger sich gegen den Rassismus Darwinistischer Prägung, den er als liberal und Seinsvergessen ablehnt. Das ist nur konsequent, verharrt dieser Rassismus doch auf der Ebene des Seienden, wäre daher dem empirischen Fragen zugänglich, prinzipiell kritisierbar. Dagegen baut Heidegger der Enttäuschung des biologischen Rassisten vor, die sich einstellen muss wenn die von diesem geschätzte Wissenschaft, die den Rassenunterschied begründet, dem Rassismus die Grundlage entzieht. Heideggers Rassebegriff ist ontologisch, und damit tatsächlich dem führender Nationalsozialisten eng verwandt:

Der metaphysische Grund des Rassendenkens ist nicht der Biologismus, sondern die metaphysisch zu denkende Subjektivität alles Seins von Seiendem“ (Faye 382).

Das rassisch-völkische lag auch für Hitler und Rosenberg schon immer im Sein des Volkes begründet, und musste erst hergestellt werden. Dazu, nicht weil man der deutschen Rasse schon inne war, die Maßnahmen zur Volksgesundheit; dazu selbst noch der Holocaust, in dem das deutsche Volk ein für alle Mal als Tätergemeinschaft seiner Geschichtlichkeit inne werden würde. 

***

So viel bis 1945. Nach 1945 machte Heidegger sich an die systematische Verfälschung seines Werkes, unterdrückte seine offensten nationalsozialistischen Aussagen, und widmete andere kurzerhand als Signen des inneren Widerstandes um. Er konnte sich mit der Interpretation durchsetzen, dass sein Rücktritt vom Freiburger Rektorat auf eine Differenz mit dem Nationalsozialismus zurückzuführen sei, und nicht auf seine gut dokumentierten Bestrebungen (s.o.) tiefer, philosophischer in den NS zu wirken. Erst nach 1945 will Heidegger die Angst vor der möglichen Vernichtung des Menschen verspürt haben (vgl. Faye 411), was ihn in seiner Kehre bestärkt habe, das wohl gemerkt nicht aufgrund der Taten der Nationalsozialisten, sondern aufgrund deren Niederlage. Nahe liegend. In seinem Bremer Vortrag „das Gestell“ präsentiert er Ernährungsindustrie, die Vernichtungslager der Shoah, und die Fabrikation der Wasserstoffbomben, die in Japan den Krieg beendeten, als im Wesen dasselbe:

Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie, im Wesen das Selbe wie die Fabrikation von Leichen in Gaskammern und Vernichtungslagern, das Selbe wie die Blockade und Aushungerung von Ländern, das Selbe wie die Fabrikation von Wasserstoffbomben.“ (Faye 406)

Und noch im Spiegelgespräch von 1976 konstatiert Heidegger, dass der Nationalsozialismus grundlegend in die richtige Richtung gegangen sei:

Ich sehe gerade die Aufgabe des Denkens darin, in seinen Grenzen mitzuhelfen, dass der Mensch überhaupt erst ein zureichendes Verhältnis zum Wesen der Technik erlangt. Der Nationalsozialismus ist zwar in die Richtung gegangen; diese Leute aber waren viel zu unbedarft im Denken, um ein wirklich explizites Verhältnis zu dem zu gewinnen, was heute geschieht und seit drei Jahrhunderten unterwegs ist“ (vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9273095.html).

Die posthum erschienene Heidegger-Gesamtausgabe enthält dann wieder viele der vormals unterdrückten oder abgewandelten Texte im Original, nur philosophisch-raunende Zwischenüberschriften nehmen ihnen ein wenig der demagogischen Schärfe (und dass Heidegger wie heute nachgewiesen ist dennoch zahlreiche Schriften aus dieser Gesamtausgabe weiterhin zurückhielt, andere umschrieb, legt nahe dass er sich von den entsprechenden Gedanken nicht distanzierte, die Gesamtausgabe quasi als Ausgabe letzter Hand betrachtete).

Vor diesem Hintergrund verfehlt auch Adornos Kritik der Heideggerschen Fundamentalontologie ihren Gegenstand. Sie nimmt Heidegger in der Wohlmeinendsten, weil alle seine Begriffe leer denkenden Weise. Dass es für Heidegger niemals solche leeren Begriffe waren, in denen sich, nach Adorno, allein „der philosophische Drang, das Unausdrücktbare auszudrücken“ (ND 114), Gehör verschafft, wurde hier nachgewiesen (es folgt auch beinahe zwingend aus ND 87 s.o.). Dass es schon von Sein und Zeit ausgehend niemals leere Begriffe hätten bleiben können, wüsste, wer an das Werk nicht allein mit dem Bedürfnis heranginge, eine nur fehlgeleitete Philosophie zu entdecken, die in aller Unschuld nach den letzten Dingen hinterm Positivismus fragt.

Als eine solche versuchen die Philosophie Heideggers insbesondere nach der so genannten „Kehre“ noch heute konservative ebenso wie linke Heideggerianer zu retten. Mit Dornis ist Ihnen entgegenzuhalten, dass es eine solche Kehre niemals gab:

die Heidegger-Rezeption interpretiert die Kehre oft als Abwendung vom Nationalsozialismus, aber mit der Abkehr von den Resten der Subjektivität die im Begriff Dasein immer noch anklingen (…) propagiert Heidegger jetzt die völlige Unterwerfung unter das Sein“ (GA 141).

Des weiteren stellt sich die Frage, ob nicht die Apologeten und Fortdenker mit vollem Bewusstsein jene Zerstörung des Subjekts durch Heidegger aufgreifen, und die völkischen Implikationen gerade so leugnen, wie der Negationist die Historizität dessen bestreitet, was er zu wiederholen sucht.

Der demütige Hirte des Sein: das ist wenig mehr als der völkische Ungeist, der auf die Wiederkunft des alten Barbarossa aus den Tiefen des Kyffhäuser lauert.

Weiterlesen:

Faye, Emanuel. Heidegger: die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie“, Matthes und Seitz 2008.

Adorno, Theodor W.: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit. Suhrkamp: Frankfurt 2003.

Heidergger, Martin: Sein und Zeit. MAX NIEMEYER VERLAG 1967.

Martin Dornis: Der Meister aus Deutschland. Zur Kritik der Ideologie des Todes. In: Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft. S. 124-155. Ca Ira 2011.

Auch interessant: http://anti.blogsport.de/2013/06/28/doktor-seltsam-oder-wie-peter-sloterdijk-lernte-die-medientheorie-zu-lieben/

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7 thoughts on “Heideggers Nationalsozialismus im Lichte seiner Philosophie III

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  3. Warum nennt H. Bremer Vortrag “das Gestell” Ernährungsindustrie, die Vernichtungslager der Shoah, und die Fabrikation der Wasserstoffbomben, die in Japan den Krieg beendeten, als im Wesen dasselbe?
    Heidegger will hier nicht die Verbrechen der Nazis relativieren! Die Formulierung lautet „im Wesen dasselbe“. Dies bezieht sich auf das „Wesen der Technik“, welches allein auf die größte Effizienz, die größe Machtmobilisierung, die größte Nützlichkeit ausgerichtet ist: Mensch u. Natur als bloße Verfügungsmasse – die größte Gefahr für die Menschheit. Heidegger sah vielmehr Auschwitz als den bisherigen Höhepunkt der Seinsverlassenheit des Menschen, den Gipfel der Entfaltung des Wesens der Technik. Anfangs sah er nur im Kapitalismus u. dem Kommunismus das materialistisch-technische Weltbild am Wirken, welches ohne metaphysische Rückbindung die Welt schrankenlos nach dem Prinzip der größten Effizienz, der größten Machtentfaltung, dem größten Nutzen umgestaltete. Dann wurde ihm klar, dass auch Hitler u. die Nazis danach handelten. Hitler handelte rein dem Wesen der Technik gemäß wie ein moderner Massen-Hühnerzüchter: Er züchtete rein nach materialistisch-biologistischen Prinzipien eine überlebensfähige starke, nützliche Rasse, sortierte vermeintliche Schädlinge aus, versuchte diese noch irgendwie zu verwerten u. tötete sie dann, wenn sie nutzlos waren.
    Heidegger sah Auschwitz, aber nur als vorläufigen Höhepunkt. Er war im Alter davon überzeugt, dass die Versuche der Menschenzüchtung nach Nützlichkeit (Herrenrasse, Arbeiter für verschiedene Bereiche, Züchtung v. Intelligenzklassen usw.) weitergehen würden: Der Mensch und die Natur als biologische Verfügungsmasse, die beliebig modifiziert werden kann – ein rein technisches Problem: die Gentechnik bietet ungeahnte Möglichkeiten! Weitere Auschwitze würden kommen, da war sich H. sicher.

    Warum sagt H. Spiegelgespräch von 1976, dass der Nationalsozialismus grundlegend in die richtige Richtung gegangen sei:

    „Ich sehe gerade die Aufgabe des Denkens darin, in seinen Grenzen mitzuhelfen, dass der Mensch überhaupt erst ein zureichendes Verhältnis zum Wesen der Technik erlangt. Der Nationalsozialismus ist zwar in die Richtung gegangen (…)“
    Bitte genau lesen! Das bezieht sich ausschließlich auf das Wesen der Technik. H. hatte panische Angst vor dem modernen materialistisch-technischen Weltbild. Ohne eine metaphysische Rückbindung (z.B. Gott) würde die Welt u. der Mensch schrankenlos nach dem Prinzip der größten Effizienz, der größten Machtentfaltung, dem größten Nutzen umgestaltetet werden, da war er sich sicher. Er konnte in seiner Philosophie nicht mehr an Gott u. die Metaphysik glauben, hoffte aber mit seinem Denken, dass materialistisch-technische Weltbild zu überwinden. Im Kommnismus u. im Kapitalismus sah er die ersten Vorboten des neuen materialistisch-technischen Zeitalters: Umwelt, Mensch u. Gesellschaft zur Mobilisierung von Macht u. Effizienzsteigerung umgestaltet. Hitler u. die Nazis gaben sich anfangs als Alternative dazu. Hitler spielte den behutsamen Konservativen, redete ständig von einer göttlichen Vorsehung u. kritisierte die Radikalität des materialistischen Kapitalismus u. des Kommunismus. Man sprach von einem politischen Mittelweg, der heilsamen Natur und Hitler trug Bauerntracht u. lebte auf einem Berghof. Viele schlossen sich dem unbedarft an u. wollten diese Richtung einschlagen; auch H. trat bis 1934 öffentlich dafür ein. Sie war bei den Nazis aber nur Fassade. Hitler und seine echten Anhänger hatten andere Pläne: Der Wille zur Macht u. radikalen technischen Umgestaltung des Lebens erwies sich dann als noch stärker als im Kommunismus u. Kapitalismus.

    • Ach so ein Quatsch. Der Wille zur Macht wäre nie etwas, was Heidegger kritisiert. Er lobt und radikalisiert diesen in seiner Heraklitvorlesung. Ansonsten hier meine Antwort zu den letzten Kommentaren, und auch meine letzte Antwort:

      Es ist angesichts der zahlreichen hier bereits aufgelisteten, des Weiteren von Faye, Farias und Anderen zusammengetragenen Äußerungen Heideggers zu der Rolle, in der er sich und sein Denken im Nationalsozialismus sah weder notwendig, noch ist es meine Aufgabe nach Blickwinkeln zu suchen, die Heidegger von der von ihm mit Überzeugung vertretenen Position exkulpieren, ebenso wie angesichts Heideggers Gleichsetzung der Shoa mit der industriellen Landwirtschaft in Das Gestell:
      „Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie, im Wesen das Selbe wie die Fabrikation von Leichen in Gaskammern und Vernichtungslagern, das Selbe wie die Blockade und Aushungerung von Ländern, das Selbe wie die Fabrikation von Wasserstoffbomben.“
      Sowie angesichts der folgenden, hier mehrfach zitierten Äußerung im wohl aus gutem Grund erst zur posthumen Veröffentlichung autorisierten Interview mit dem Spiegel:
      „„Ich sehe gerade die Aufgabe des Denkens darin, in seinen Grenzen mitzuhelfen, dass der Mensch überhaupt erst ein zureichendes Verhältnis zum Wesen der Technik erlangt. Der Nationalsozialismus ist zwar in die Richtung gegangen; diese Leute aber waren viel zu unbedarft im Denken, um ein wirklich explizites Verhältnis zu dem zu gewinnen, was heute geschieht und seit drei Jahrhunderten unterwegs ist““
      Um es noch einmal für den letzten klarzumachen. Heidegger sagt hier, dass der Nationalsozialismus in die Richtung gegangen ist, in die man gehen muss damit der Mensch einzureichendes Verhältnis zum Wesen der Technik erlangt. Der Nationalsozialismus war nur zu unbedarft um ein wirklich explizites Verhältnis zu dem zu gewinnen, was seit drei Jahrhunderten unterwegs ist (das ist die Aufklärung).
      Wer Hannah Arendt zur Ehrenrettung Heideggers heranzieht sollte übrigens auch nicht unterschlagen, dass diese sich, nach dem sie sein Denken gänzlich überblicken konnte von Heidegger distanzierte. Und selbst hätte Thomas Mann sich ähnlich völkisch und Judenfeindlich geäußert wie Heidegger bliebe der Unterschied, dass Mann umdachte und den Nationalsozialismus hernach bekämpfte, während Heidegger ihn relativierte, entschuldigte und unterschwellig lobte. Die entsprechenden Zitate stehen ein paar Zeilen weiter oben, ich bitte sie dieses Mal nicht zu ignorieren.
      Eigentlich seit 1945, spätestens aber seit selbst der Herausgeber der Heidegger Gesamtausgabe (!),Peter Trawny, nach Einblick in Heideggers schwarzer Hefte, die der Absicht des Autors entsprechend als Schlusspunkt und Ziel der Werker Heideggers publiziert werden sollen, feststellt das Heidegger darin einen „Seinsgeschichtlichen Antisemitismus“ entfalte, ist es nicht mehr an denen, die sich schon immer darum verdient gemacht haben Heideggers dauerhafte und explizit von ihm philosophisch begründete Parteinahme für den Nationalsozialismus offen zu legen, weitere Belege heran zu karren. Sie sind bereits Legion. Es wäre stattdessen die Aufgabe der nimmermüden Apologeten zu zeigen warum a) Heideggers Nationalsozialismus für seine Philosophie ohne Bedeutung sei (ich wiederhole, man hätte sich dafür mit Heidegger anzulegen, und wäre die Welt wie Heidegger sie sich wünschte, man würde für solch eine Behauptung sein Leben lassen), und b) sollten sich die Apologeten mittlerweile die Frage stellen lassen, warum es ihnen so wichtig ist ihr Idol von allen Vorwürfen aufgrund dessen politischer Anschauung reinzuwaschen, wo es doch so einfach sein müsste sich jene Teile der Philosophie Heideggers, die heute noch Erkenntnisgewinn versprechen anzueignen und sie produktiv zur Erklärung der Welt anzuwenden.

  4. „Ach so ein Quatsch. Der Wille zur Macht wäre nie etwas, was Heidegger kritisiert.“
    Bitte denken sie nicht in einzelnen Zitaten aus Hs. Werk, sondern versuchen sie seinem Denkweg zu folgen! Das gesamte Denken Hs zielt darauf ab, die Machtansprüche des Menschen über das Sein in Philosophie, Theologie u. Weltanschaung zu dekonstruieren. Letztendlich kann nach H. nur ein schonender dichterischer Seinsbezug den Willen zur Macht, der hinter jeder Theologie, Philosophie u. Weltanschaung steht, in die Schranken verweisen. H. ist weltberühmt dafür. Seine Technikkritik ist Kritik am Willen des modernen Menschen zur Macht, zur schrankenlosen technischen Machtausübung über Natur u. Mensch.
    „Der Nationalsozialismus war nur zu unbedarft um ein wirklich explizites Verhältnis zu dem zu gewinnen, was seit drei Jahrhunderten unterwegs ist (das ist die Aufklärung).“
    Ist das, was in Klammern steht, wirklich von H.? Kann so nicht stimmen! H. war kein Kritiker der Aufklärung durch Denken, Vernunft! Er war ein Kritiker der Philosophie (Metaphysik), die die Subjekt-Objekt-Beziehung in einem Ursache-Wirkungs-Zusammenhang „technisch“ erklärt und nach einer Letztbegründung des Seins fragt. Sie subsumiert das Sein unter einem bestimmten Hauptprinzip und verlangt damit indirekt, dass der Mensch sich selbst und seine Umwelt danach ausrichtet, um eigentlicher Mensch zu sein.
    Hinter jeder Philosophie (Theologie) steht der verborgene Machtanspruch des Menschen, das Seiende nach festgestellten Grundprinzipen des Seins umzugestalten. Am gefährlichsten ist für H. das materialistisch-technische Weltbild seit der Aufklärung: größte Effizienz, größte Machtentfaltung, der größte Nutzen sind die Grundrinzipien, nach denen das Seiende und der Mensch gemesssen werden. Aber selbst der „Humanismus“ ist im Prinzip nach H. noch aggressiv: Er bemisst anhand festgelegter Kriterien u. Grundprinzipien Mensch u. Umwelt, definiert, wodurch jemand ein Mensch ist u. wie ein einzelner Mensch zu bewerten ist. Auch er verlangt, das Seiende und den Menschen nach diesen Kriterien zu verändern.
    Übrigens: Nach H. ist niemand Schuld am modernen materialistisch-technischen Weltbild, keiner der materialistischen jüdischen Denker u. schon garnicht die 10 000000 Juden, die auf einen Gott hoffen, wie H. auch. Das ist Seinsgeschick.
    Eines müssten sie auch noch bedenken. H. hatte keine Ahnung von „Mein Kampf“ o.ä.: Er verstand zeitlebens Nationalsozialismus wörtlich in Richtung nationale Einigung u. soziale Verantwortung (christliche Soziallehre). Vielleicht stand das sogar im Spiegel!?

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