Verwunderung über Suchbegriffe

Wer „Lesbensex“ oder „Sex in Roth“ sucht könnte hier falsch sein. Muss aber nicht.

Vor längerer Zeit habe ich eine Rezension eines Romans von Philip Roth verfasst. Damals unter dem Titel „Philip Roth – Sex, Lesben und der Literaturbetrieb“. Bis heute finden Menschen auf meinen Blog, weil sie entweder „sexlesben“ oder „lesbensex“ googeln. Das fasziniert mich. Ich habe es ausprobiert, und an einem fremden Computer die Begriffe selbst gesucht – ein fremder Computer deshalb, weil ich nicht durch irgend einen Filter auf die für mich interessantesten, das sind natürlich meine eigenen, Texte stoßen wollte – . „Sexlesben“ spuckte meine Seite auf Seite drei des Google-Rankings aus. Es fällt mir schwer zu glauben, dass wer auf der Suche nach Sex oder Filmen darüber ist soweit blättern muss, aber anscheinend ist es manchmal notwendig. „Lesbensex“ bringt mich sogar erst auf Seite zehn zur Sonntagsgesellschaft. Manch einer ist anscheinend nicht bereit sich mit dem erstbesten Lesbensex zufriedenzugeben… Tatsächlich konnte ich auch schon beobachten, dass die Person, die einen der beiden Begriffe googelte, danach mehrere Artikel der Sonntagsgesellschaft angeklickt hat. Ich hoffe daraus schließen zu können, dass das Denken den Trieb besiegt, dass ich zur Bildung beigetragen habe. Ob ich es schlimm fände wenn sich stattdessen jemand auf meinen Text einen runtergeholt hätte? Keinesfalls: Der akademische Betrieb ist heute so sehr intellektuelle Masturbation, dass ich jeden physischen Akt derselben begrüße.
Zumindest was meinen Text über Arno Schmidt betrifft habe ich von Lesern erfahren, dass die sexuellen Szenen mit Thalia tatsächlich den ein oder anderen heftig erregten… vielleicht ist ja nicht jeder, der Pornographie sucht, falsch hier.

Zuletzt und nebenbei: Auf meinen Artikel über Philip Roth stoßen auch immer wieder Menschen, die nach „Sex in Roth“ suchen. Nach allem was ich weiß ist Roth eine kleine Berggemeinde im Hunsrück. Das Bedürfnis nach Sex scheint dort groß zu sein… Ich fühle mit euch, liebe Rothianer. Aber wenn ihr Sex auf dem Dorf sucht, geht vor die Tür, die einschlägigen Volksfeste sind euer Revier. Dass zwei Menschen unter wenigen hundert Einwohnern ausgerechnet online zusammenfinden, das scheint mir schon relativ unwahrscheinlich.

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