So war das also…

…ein beinahe Jahresrückblick

Irgendwann Anfang oder Mitte dieses Jahres habe ich die Sonntagsgesellschaft reaktiviert. Mir war aufgefallen, dass einige ältere Artikel noch immer ihre regelmäßigen Leser hatten, und dass insgesamt im weiten Feld der kritischen Theorie, insbesondere aber in der Auseinandersetzung mit Literatur die hochwertigen Blogbeiträge anderswo immer spärlicher wurden.

Texte hatte ich auch in der Schlafphase der Sonntagsgesellschaft geschrieben. Es scheint mir einfach immer wieder notwendig im Anschluss an Debatten im privaten und öffentlichen Rahmen Positionen zu formulieren, die nicht all den oft emotional bestimmten Beschränkungen einer Auseinandersetzung face-to-face unterworfen sind. Das nur als Tagebuch zu unternehmen oder zwecks der unglaublich seltenen Veröffentlichung in Literaturzeitschriften wäre unbefriedigend.

Mit der Zeit hat mich aber die Dynamik des Blogs mitgerissen, je deutlicher wurde, dass regelmäßige Veröffentlichungen der einzige Weg zu höheren Leserzahlen sind desto notwendiger wurde es Woche für Woche Beiträge online zu stellen. Ursprünglich hatte ich angekündigt öfter Schnipsel, Zitate, lose Gedanken zu posten, doch daraus wurde nichts. Aus Texten die ich als lakonischen Kommentar zu was auch immer vorgesehen hatte wurden Aufsätze in der Länge einer Universitätshausarbeit. Die Artikelrücklagen schmolzen, zeitweise hatte ich mehr als 20 Texte auf Halde, jetzt vielleicht noch fünf oder sechs. Ein wenig traurig stimmte mich immer, dass Texte mit markigen Überschriften oder Angriffen auf andere Autoren sehr viel besser liefen als Reflexionen über un- und nicht mehr bekannte Dichter, oder insbesondere über Musik.

Aber gut, warum sollte die Sonntagsgesellschaft der Aufmerksamkeitsökonomie enthoben sein? Der meistgelesene Artikel im letzten Jahr war „Das Verdrängte in der Sitcom„, der Auflistung der Anarchischen Charaktere dort möchte ich heute noch gerne die wunderbare Sophia Petrillo aus Golden Girls hinzufügen, eine Serie die ich jedem ans Herz legen kann.

Gescheitert ist der Plan immer freitags ein Freitagsgedicht zu veröffentlichen und zu kommentieren, einerseits weil das Kommentieren jeweils zu einem neuen Artikel hingerissen hat, andererseits weil es tatsächlich nach meinem Verständnis nicht so viele gute Gedichte von verschiedenen Autoren gibt, dass ich jede Woche einen Text hätte auswählen können. In diesem Jahr wird das Freitagsgedicht vielleicht mittwochs wieder auferstehen, wann immer ich keinen kurzen Text für die Mitte der Woche vorliegen habe. Hinweise, auch und gerade auf unbekannte Lyrikerinnen und Lyriker, wie im Fall von Bridget Penny, sind erwünscht.

Geplant sind für die Kommenden Monate u.A. Texte zu Heinz Erhardt, Manns Josephromanen, Dostojewskij, sowie einige Rants zur Kurzsichtigkeit des Liberalismus.

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