Die doppelte Dummheit der Taz

„Mit dem Irak-Krieg und der Tatenlosigkeit in Syrien haben die USA Terroristen gestärkt. Der Westen muss jetzt engagiert handeln“.

Dieser absolut klassische Double-Bind, mit dem Kristin Hellberg in der Taz die USA bereits in der Überschrift ihres Essays „Die doppelte Schuld der USA“ zum Aufstieg des Islamischen Staats konfrontiert erinnert mich an eine Situation, der man auf Partys das ein oder andere Mal ausgesetzt ist:

„Ey, guckst du meine Schwester an?“ Fragt einen so ein Typ von der Seite, immer größer, meist kräftiger gebaut als man selbst ist. Mit der Antwort „Nein, auf keinen Fall“ habe ich schon ganz schön falsch gelegen: „Warum, Mann? Iss sie etwa nicht hübsch genug?“. Mindestens ebensoviel Ärger kann sich natürlich einhandeln, wer die Frage selbstbewusst mit „Ja“ beantwortet.

Mit der USA kann ich also gut sympathisieren. Falsch war es, im Irak das mörderische Regime Saddam Husseins abzusetzen (und so idiotisch es eigentlich ist, Tote aufzurechnen, man wird geradezu gezwungen: Seit der Intervention wurden bis heute nichtmal ansatzweise so viele Menschen ermordet wie unter Hussein, und die meisten  dabei von Islamisten). Falsch war es aber auch, in Syrien nichts zu unternehmen. Liebe Journalisten, beides kann man nicht haben.

Am Ende wird sich, wer gelernt hat, dass auf die Frage „guckst du meine Schwester an?“ egal wie man sich verhält  nichts Gutes folgt dann wohl einfach zuhause einigeln.

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