Kleine Linksammlung Charlie Hebdo

Statt des eigentlich geplanten Artikels heute nur eine kleine Linkliste zum Attentat auf Redaktionsmitglieder des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo, zu den Geiselnahmen und weiteren Morde in deren Folge.

Der Blogger Felix Riedel  verleiht auf Nichtidentisches dem Unbehagen an der Solidaritätskampagne, das gestern auch hier geäußert wurde, noch einmal elaboriert Ausdruck:

„Nun herrscht die übliche Stimmung: Menschen denken, sie wären durch diese Morde nach ihrer Meinung gefragt worden, schon am selben Tag wurde darüber debattiert, was Satire nun ist oder nicht, was sie darf oder nicht, als wäre das Massaker eine durch einen Souverän ausgerufene Volksabstimmung über Satire. Hinzu kommt das Missverständnis, man befinde sich in einer globalen Online-Demokratie, in der man nur seine Meinung (für oder gegen das Böse, den Krieg, das Gute, die Legalisierung von Cannabis, Hundesteuer, etc.) abgeben müsse um Gesellschaft mitzugestalten.“

Die groteske Zusammensetzung derer, die nun ein paar Tage die Meinungsfreiheit hochleben lassen ist auch in der Jungle World Thema. Noch einmal ausführlicher geht man dort auch auf das gesellschaftliche Klima ein, dass die Barbarei erst möglich macht:

„Vor ziemlich genau zwei Jahren hat „Charlie Hebdo“ einen Mohammed-Comic veröffentlicht. Ein Zitat dazu aus der deutschen Presse, 2. Januar 2013:

„Verkaufen ist alles
Zuletzt machte ‚Charlie Hebdo‘ im September mit Mohammed-Zeichnungen auf sich aufmerksam. Nun setzt das französische Satireblatt schon wieder auf Provokation – mit einem Comic-Sonderheft über das Leben des Propheten.
Der Zeitpunkt für einen neuen Mohammed-Jux erschien nach dem Heft vom vergangenen September zum gleichen Thema selbst den Zeichnern der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo etwas zu früh. Die Reaktionen von islamischer Seite sind bisher so gut wie inexistent. Es ist, als wären die Frommen diesmal schlauer als die Frechen. Sollte das auch in den nächsten Tagen so bleiben, werden die in die Jahre gekommenen, ewig halbwüchsigen Spaßmacher von Charlie Hebdo mit ihren Ladenhütern von Sex und Blasphemie eine neue Zielgruppe suchen müssen, um die Verkaufszahlen ihres Blättchens zu steigern.“

Und zuletzt weist der Lindwurm deutlich darauf hin, dass sich zwar fast jeder mit Charlie Hebdo solidarisiert, aber der immer antisemitische Charakter des Islamismus, und antisemitische Morde wie jetzt in Paris oder im vergangenen Jahr in Brüssel kaum für Aufregung sorgen:

„Möglicherweise ist aber alles viel furchtbarer. Als am 24. Mai 2014 im Jüdischen Museum in Brüssel vier Menschen totgeschossen wurden, war die europäische Öffentlichkeit nicht sonderlich beunruhigt. Das Leben verlangsamte sich nicht und es wurden keine Solidaritäskampagnen gesichtet. Dasselbe gilt für den Anschlag auf die jüdische Schule von Toulouse im März 2012, bei dem vier Menschen, darunter drei Kinder, starben. Jüdische Tote scheinen Europa, ja die Welt bei weitem nicht so zu erschüttern wie Tote anderen Glaubens. Es ist fast so, als würde Terrorismus gegen Juden als Normalität wahrgenommen und, schlimmer noch, als Reaktion auf den Nahostkonflikt rationalisiert.“

 Vgl. dazu auch: „Nebeneffekt auf den jüdischen Koscherladen

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